Jan  01

[Wochenrückblick] 52. Kalenderwoche 2017



Bevor ich das Jahr mit ein paar Mangas ausklingen ließ, um meine Goodreads Challenge in den letzten Stunden doch noch zu meistern, habe ich außerdem noch die wundervolle Bilderbuchsammlung Die schönsten Geschichten von Paddington sowie die ziemlich traurige Sammlung letzter Botschaften Deine letzte Nachricht. Für immer. gelesen. Beide Bücher haben mir ausgesprochen gut gefallen – mehr dazu dann später in den jeweiligen Rezensionen.


Die schönsten Geschichten von Paddington war darüber hinaus auch mein letzter Neuzugang im vergangenen Jahr, der gar nicht erst auf dem SuB gelandet ist.


Am kommenden Donnerstag startet Das Leuchten der Erinnerung, die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Michael Zadoorian mit Donald Sutherland und Helen Mirren, in den deutschen Kinos.


Fans von YA Fantasy Romanen sollten den ersten Band der neuen Reihe von Margaret Owen, der im Frühjahr 2019 erscheinen soll, schon einmal im Auge behalten. In The Merciful Crow geht es um ein Mädchen, das zusammen mit anderen aus Barmherzigkeit tötet und den Zähnen der Toten Magie entnehmen kann. Als ihr verfolgter Clan ins Visier einer rücksichtslosen, machthungrigen Thronräuberin gerät, müssen sie den hochmütigen Kronprinzen und dessen Bodyguard in Sicherheit bringen.
Dez  30

[Gewinnspiel] Fallen – Engelsnacht


» I would go. I would go anywhere in the world to be with him again. «

Vier Jahre nach dem Erscheinen des finalen vierten Bandes der erfolgreichen Young Adult Reihe um gefallene Engel von Lauren Kate, ist der erste Teil mit Addison Timlin, Jeremy Irvine und Harrison Gilbertson in den Hauptrollen verfilmt worden.

Am 17. November 2017 ist Fallen – Engelsnacht auf Blu-ray sowie DVD erschienen und weil morgen Silvester ist, könnt ihr hier nun eine DVD sowie eine Blu-ray des Films gewinnen!


Die 17-Jährige Lucinda „Luce“ Price führt ein scheinbar ganz normales Leben, bis sie nach einem rätselhaften Unfall in das Internat Sword & Cross für schwer erziehbare Jugendliche geschickt wird. Gleich bei ihrer Ankunft trifft Luce auf den rebellischen Cam und den zurückhaltenden Daniel, zwei Mitschüler, zu denen sie sich auf merkwürdige und unerklärbare Art und Weise hingezogen fühlt. Besonders zu Daniel, der ihr mit Abneigung begegnet, den Luce aber aus einer vergangenen Zeit zu kennen glaubt. Auf sich allein gestellt und von seltsamen Visionen verfolgt, beginnt sie das Geheimnis ihrer Vergangenheit zu lüften. Luce erfährt, dass Daniel und Cam gefallene Engel sind, die seit Jahrhunderten um ihre Liebe wetteifern. Am Ende geht es in einem schicksalhaften Kampf zwischen Himmel und Hölle um die wahre Liebe und Luce muss sich entscheiden …

Du möchtest gewinnen?

Dann schick einfach eine Mail an stephie[@]nobody-knows.eu mit dem Betreff Fallen und beantworte unter Berücksichtigung der Teilnahmebedingungen die folgende Frage:

Wer führte bei der Verfilmung Regie?

Einsendeschluss: Samstag, 13. Januar 2018, 23:59 Uhr

Viel Glück!

Dez  28

[Rezension] Feel Again


Titel: Feel Again
Autorin: Mona Kasten
Originaltitel: Feel Again
Erstveröffentlichung: 2017
Übersetzer: Originalsprache

Wissenswertes

Feel Again ist der dritte New Adult Roman der deutschen Autorin und Youtuberin Mona Kasten, die mit ihrem Mann, unzähligen Büchern sowie ihren Katzen in Norddeutschland lebt und Koffein in jeder Form liebt.

Feel Again ist zudem der dritte und damit letzte Band einer Trilogie. Die beiden Vorgänger tragen die Titel Begin Again und Trust Again.

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Dez  26

[Top Ten Tuesday] Top Ten Books I’m Looking Forward To In 2018


Heute gibt es zur Abwechslung einmal einen ganz besonderen Top Ten Tuesday-Beitrag. Besonders ist er deshalb, weil es sich um den allerersten Gastbeitrag auf diesem Blog überhaupt handelt. Die vorgestellten Bücher habe dieses Mal also nicht ich ausgewählt, sondern die liebe Kathrin, die quasi ein noch größerer Bücherwurm ist als ich, wie man an ihrem Instagram-Account unschwer erkennen kann. :)

Bei diesem Thema war es echt schwer sich für zehn Bücher zu entscheiden, denn es kommen 2018 so viele wundervolle Bücher auf den Markt. Ich freue mich schon richtig auf all diese Bücher!

Starten wir doch gleich mit dem Januar, hier habe ich zwei Bücher, die ich auf jeden Fall kaufen möchte. Das erste ist Batman – Nightwalker, geschrieben von Marie Lu. Dies ist ein weiterer Teil der DC Icons Reihe und dieses Mal dreht sich alles um Batman! | Das zweite Buch, das ich definitiv kaufen werde, ist Winner Take All von Laurie Devore. Hier hat mich die Beschreibung wirklich sehr angesprochen: Es geht um Nell und Jackson, die, na ja, sagen wir Rivalen sind und sich nach und nach ineinander verlieben.

Auf geht’s in den Februar: Hier erscheint Save me, der erste Band der neuen Maxton Hall Reihe von Mona Kasten. Die Autorin habe ich dank Stephie entdeckt und ihre Again Trilogie hat mich total verzaubert, daher war es total klar, dass diese Reihe auch in meinem Regal landet. | Weiter geht es mit Mr. Undateable von Laurelin McGee. Auch dies ist ein Auftakt zu einer neuen Reihe. In diesem Buch sucht Blake Donovan nach einer Frau – was nicht wirklich etwas Besonderes ist, aber da er seine kostbare Zeit nicht verschwenden möchte, engagiert er eine Matchmakerin. Das kann einfach nur interessant werden! | Everless – Zeit der Liebe von Sara Holland ist das letzte Buch, das für Februar auf meiner Liste steht. Gekauft wird es auf jeden Fall, ich bin mir nur leider noch nicht so ganz sicher, ob ich die deutsche Version oder doch die britische kaufen werde. Beide Cover sehen einfach nur wunderschön aus.

Where I Live ist das erste Buch von Brenda Rufener. Darin erzählt sie von dem Mädchen Linden, welches obdachlos ist und in ihrer Highschool lebt. | People Like Us von Dana Mele ist ein Contemporary/Mystery Young Adult Buch. Ich liebe solche Bücher über alles: Internat, Mord, ein perfekt konstruktuiertes Leben, das langsam in sich zusammen fällt! Das ist eine sehr gute Kombination, weil es immer wieder Überraschungen gibt, mit denen man einfach nicht rechnet.

Im April erscheint im Sauerländer Verlag Iron Flowers – Die Rebellinnen. Ich hatte dieses Buch schon in der englischen Fassung auf meinem Wunschzettel, habe mich aber nun für die deutsche Version entschieden, da mir das Cover einfach besser gefällt. Dieser Roman entführt uns in eine Welt, in der Frauen keine Rechte haben und in der sich die beiden Schwestern Serina und Nomi ihren verschiedenen Schicksalen stellen müssen. | Im Mai erscheint nun der lang ersehnte dritte Band der Firsts Serie von Bianca Iosivoni: Die letzte erste Nacht. Ich habe die ersten beiden Teile verschlungen und kann es echt kaum erwarten, diesen ebenfalls endlich in meinen Händen zu halten und zu lesen! | Machen wir mal einen Sprung in den Monat August. Hier erscheint endlich der dritte Band der The Thousandth Floor Reihe von Katharine McGee: The Towering Sky! Ich bin wirklich sehr, sehr gespannt wie es weitergeht!

Dez  25

[Wochenrückblick] 51. Kalenderwoche 2017



Ich bin in den letzten Tagen leider nicht wirklich zum Lesen gekommen, mehr als das dafür aber immerhin bezaubernde Bilderbuch Paddington feiert Weihnachten war also nicht drin. Das ändert sich aber hoffentlich in den kommenden Tagen.


Als erstes bekam ich ein Buch, das erst im kommenden Jahr erscheint: Wonder Woman – Kriegerin der Amazonen. Nach dem wunderbaren Kinofilm bin ich ein richtiger Fan von Diana und freue mich schon auf sehr darauf das Buch zu lesen. | If there’s no tomorrow war, zusammen mit genialen anderen Geschenken, in dem tollen Weihnachtspaket einer sehr lieben Freundin von mir drin. Danke! | Deine letzte Nachricht. Für immer. habe ich mir in einer Buchhandlung neulich einmal genauer angesehen und war von der Gestaltung so begeistert, dass ich es einfach haben musste. ^^’ | Bis ich dich wiedersehe habe ich auf der Suche nach Weihnachtsgeschenken in einem antiquarischen Café als Hardcover entdeckt und konnte bei einem Preis von gerade einmal 1,50 Euro nicht widerstehen.

Ich habe einen Narren an Paddington gefressen und deshalb für Nachschub gesorgt. Paddington feiert Weihnachten habe ich sogar schon gelesen, Ein Bär namens Paddington kommt hoffentlich ebenfalls bald dran. Letzteres wird dann aber etwas mehr Zeit in Anspruch nehmen, da es sich bei diesem Sammelband nicht um die Bilderbuchgeschichten handelt.


Inzwischen gibt es einen Trailer zu Disney’s Der Nussknacker und die Vier Reiche, der kommenden (Neu-)Verfilmung von E.T.A. Hoffmanns Klassiker, die im November 2018 in die deutschen Kinos kommt.


2019 soll der erste Band einer neuen SciFi-Trilogie von Charlie Jane Anders erscheinen. Sie handelt von einem Mädchen, das herausfindet, dass es kein Mensch ist und eine zentrale Rolle in einem interstellaren Krieg spielt.
Dez  24

Jingle bells, Jingle bells, Jingle all the way …


Ich wünsche euch allen frohe Weihnachten! Genießt das leckere Weihnachtsessen, erfreut euch am geschmückten Weihnachtsbaum, unter dem ihr hoffentlich das eine oder andere tolle Geschenk findet, und feiert schön mit eurer Familie, auch wenn wir in diesem Jahr vielerorts keine weiße Weihnacht haben. ;)

Dez  23

[Gewinnspiel] Dieses bescheuerte Herz


» Ich habe in der Klinik einen Patienten, David, 15 Jahre alt, Herzfehler seit der Geburt. Ich möchte, dass du Zeit mit ihm verbringst. – Soll das ein Witz sein? – Kümmer dich um ihn, sonst bleibt der Geldhahn zu! «

Der Winter ist die perfekte Jahreszeit für emotionale Geschichten, die richtig zu Herzen gehen und einen zu Tränen rühren, was meistens noch umso mehr der Fall ist, wenn sie auf wahren Ereignissen beruhen, findet ihr nicht?

Am 21. Dezember 2017 startete Dieses bescheuerte Herz in den deutschen Kinos und aus diesem Anlass (und weil morgen sowohl der 4. Advent als auch Heiligabend ist) könnt ihr hier nun zwei Freikarten gewinnen!


Jede Nacht feiern, einen Audi R8 aus Versehen zu Hause im Pool versenken, das findet Lenny ziemlich unterhaltsam. Viel mehr interessiert ihn auch nicht. Er wohnt in der Villa seines Vaters, verschwendet dessen Geld und hält sich für einen Lebenskünstler. In einer tristen Hochhaussiedlung in München, liegt der 15-jährige David im Bett und versucht zu atmen. Seine Mutter Betty muss sofort mit ihm in die Klinik. David ist seit seiner Geburt herzkrank und ob er seinen 16. Geburtstag feiern wird, kann ihm niemand sagen. Diese zwei Welten prallen aufeinander, als der Vater von Lenny, ein Herzspezialist, seinen Sohn dazu verpflichtet, sich um seinen Patienten David zu kümmern: David kennt hauptsächlich Operationssäle, Lenny kennt jeden Club in der Stadt. Um bequem davonzukommen, hilft er David vorerst bei den simplen Dingen, die der Junge unbedingt noch erleben möchte: coole Klamotten kaufen, einen Sportwagen klauen, solche Sachen. Dabei merkt er schnell, dass Davids Leben an einem seidenen Faden hängt. Das ist zu viel Verantwortung für den Lebemann Lenny. Außerdem will David jetzt Mädchen kennenlernen, sich verlieben, wie soll Lenny das organisieren? Aber da hängt er schon fest in einer Freundschaft, so ernsthaft, so intensiv, so ausgelassen, als gäbe es kein Morgen – und das stimmt ja vielleicht.

Du möchtest gewinnen?

Dann schick einfach eine Mail an stephie[@]nobody-knows.eu mit dem Betreff Dieses bescheuerte Herz und beantworte unter Berücksichtigung der Teilnahmebedingungen die folgende Frage:

Welcher Schauspieler verkörpert den herzkranken David im Film?

Einsendeschluss: Dienstag, 26. Dezember 2017, 23:59 Uhr

Viel Glück!

Dez  22

[Rezension] Aquila


Titel: Aquila
Autorin: Ursula Poznanski
Originaltitel: Aquila
Erstveröffentlichung: 2017
Übersetzer: Originalsprache

Wissenswertes

Aquila ist das neueste Jugendbuch der österreichischen Autorin Ursula Poznanski, die bereits seit 2003 sehr erfolgreich diverse Kinder- bzw. Jugendbücher und mittlerweile ebenso Romane für Erwachsene veröffentlicht hat. Von der Stadt Wien wurde sie mit dem Kinder- und Jugendbuchpreis ausgezeichnet. Für ihr erstes Jugendbuch, Erebos, erhielt sie zudem 2011 den deutschen Jugendliteraturpreis.

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Dez  21

[Lesung] Jodi Picoult


Am 13. November 2017 stellte die us-amerikanische Autorin Jodi Picoult bei einer recht gut besuchten Veranstaltung im Berliner Kulturkaufhaus Dussmann, bei der auch ich im Publikum saß, ihren neuesten Roman Kleine große Schritte vor. Die Lesung wurde von Margarete von Schwarzkopf moderiert, die deutschen Passagen aus dem Buch wurden von der Schauspielerin Bettina Lamprecht vorgetragen.

Die Veranstaltung begann mit einer kurzen – abgelesenen – Einführung durch eine Mitarbeiterin des Kaufhauses, bei der ich mich wieder einmal gefragt habe, wie schwer es eigentlich sein kann sich drei Sätze einzuprägen. Das ist aber das einzige, was ich an dem Abend zu bemängeln habe, ansonsten war die Lesung wirklich ganz wunderbar.

Das Interview mit der Autorin begann mit einem politisch ebenso aktuellen Thema wie das ihres neuesten Werkes, denn Jodi Picoult erzählte, wie geschockt sie gewesen sei, als sie in den Nachrichten gesehen habe, was sich zu der Zeit gerade in Polen ereignete (Marsch von 60.000 Nationalisten durch Warschau) und dass wir offenbar doch nicht aus der Vergangenheit gelernt hätten.

Grundsätzlich schreibe die Autorin über das, worüber sie schreiben „müsse“. Der Prozess beginne dabei immer mit einer „was wäre, wenn“-Frage und je länger sie über eine solche Frage nachdenken müsse, desto besser sei die Idee, insbesondere wenn sie ihr mehrere schlaflose Nächte beschere. Als ihre Kinder – insgesamt habe sie nun drei – noch jung gewesen seien, habe sie vor allem über all die furchterregenden Dinge geschrieben, die den eigenen Kindern zustoßen könnten. Je älter ihre Kinder geworden seien, desto mehr habe sie angefangen die Themengebiete auszuweiten. Heute stünden eher moralische Fragen im Mittelpunkt.

Über Rassismus habe Jodi Picoult schon lange schreiben wollen. Eine Idee habe sie auch schon vor sehr langer Zeit gehabt, allerdings keine authentischen Charaktere dazu. Außerdem habe sie sich lange gefragt, ob sie überhaupt das Recht dazu habe über dieses Thema zu schreiben, schließlich habe sie nicht vom Leid anderer profitieren wollen.


Im Jahr 2012 habe es in den USA wirklich eine schwarze Krankenschwester gegeben, der es untersagt worden war ein weißes Baby anzufassen. Diese habe sich dann mit anderen Kolleginnen zusammengetan und das Krankenhaus verklagt. Die Idee zu Kleine große Schritte sei dann aus der Frage heraus entstanden, was geschehen wäre, wenn diese Krankenschwester allein mit dem weißen Baby gewesen und irgendetwas schief gegangen wäre.

Die Autorin betonte darüber hinaus, dass sie den Roman eben gerade nicht für Schwarze geschrieben habe, diese würden ihren mitunter schwierigen Alltag nämlich selbst gut genug kennen. Zudem sei es ihr sehr wichtig gewesen die Handlung aus verschiedenen Perspektiven zu schildern, der der Krankenschwester (Ruth), der ihrer Verteidigerin (Kennedy) und der des rassistischen Vaters des Neugeborenen (Turk).

Die Recherche für den Roman habe über zwei Jahre gedauert und damit mehr Zeit in Anspruch genommen als bei jedem anderen Buch zuvor. Sie habe sich mit Krankenschwestern und schwarzen Frauen getroffen, deren Erfahrungen in die Geschichte von Ruth eingeflossen seien. Besonders viel Recherche sei allerdings auch für Turk notwendig gewesen. Sie habe mit zwei ehemaligen Neonazis gesprochen, die vor einigen Jahren aus der Szene ausgestiegen seien. Beide hätten schlimme Verbrechen begangen, aber immerhin ihre Lektion gelernt und irgendwann gemerkt, dass ihre Vorurteile unberechtigt waren. „Skinheads“ ließen sich heute auch nicht mehr auf den ersten Blick erkennen, würden jedoch nach wie vor Ängste schüren und sich dafür vermehrt der sozialen Medien bedienen. Es sei schwierig für sie gewesen den Erzählungen der beiden Männer zuzuhören und es habe sie schockiert zu hören, dass es so etwas heute noch immer gebe. Die Männer seien inzwischen aber sehr reumütig und würden für den Rest ihres Lebens versuchen die begangene Gewalt wiedergutzumachen. Sie würden ihr Leben nun dem Kampf gegen Hass widmen und wenn sie es könnten, müsste es dann nicht jedem gelingen können?

Dann folgte die erste kurze Unterbrechung des Interviews und eine erste Szene aus dem Roman wurde von Bettina Lamprecht vorgetragen, die das wirklich ganz hervorragend machte. Es war die Szene im Krankenhaus, in der Ruth miterlebt wie Turk verlangt, dass weder sie noch „eine andere wie sie“ sich um sein Kind kümmere.

Turk sei der Charakter gewesen, der am schwierigsten zu schreiben gewesen sei. Bei Ruth sei es „nur“ wichtig gewesen den richtigen Ton zu treffen, sie authentisch zu machen; als Mensch ähnele sie der Autorin sehr. Turk zu schreiben hätte sich hingegen oftmals sehr schmutzig angefühlt und sie habe danach immer das Bedürfnis gehabt zu duschen. Das sei ihr zum ersten Mal so gegangen. Trotzdem habe man aufgrund seines Verlustes irgendwann Mitleid mit ihm. Es mache einen vielleicht sogar wütend sich mit so jemandem zu identifizieren, doch es passiere und das sei wichtig.

Keine Figur und kein Mensch sei ein Heiliger, alle hätten Fehler; Schwächen und Stärken. Es ginge also vielmehr um die verschiedenen Grautöne dazwischen, denn nicht alles sei schlicht schwarz oder weiß – im übertragenen Sinn.

Es schloss sich ein kleiner Dialog an, der für viele Lacher sorgte, weshalb ich euch nun ebenfalls daran teilhaben lassen möchte:

Jodi Picoult: “[…] Everyone has shades of grey.“
Margarete von Schwarzkopf: “At least fifty.”
JP: “I didn’t write that book, otherwise it would have been better!”

Zurück zum Thema: Als Weißer habe man so viele Privilegien, derer man sich gar nicht bewusst sei und über die man nie nachdenke. Darauf habe sie aufmerksam machen wollen. Sie wolle nicht erreichen, dass man sich schuldig fühle, aber man solle solche Umstände bemerken und vielleicht sogar etwas daran ändern. Die Botschaft des Romans entspreche daher dem Zitat von James Baldwin auf Seite 15 der deutschen Ausgabe: „Nicht alles, dem man sich stellt, kann auch verändert werden. Aber nichts kann verändert werden, wenn man sich ihm nicht stellt.“

Im Prinzip könne das Buch genauso gut von anderen Minderheiten handeln, denen ginge es nämlich meist ähnlich. Sie alle hätten gewisse Probleme im Alltag oder ähnliche Erfahrungen gemacht wie die Protagonistin Ruth, die Autorin habe sich nur eben auf die Afro-Amerikaner konzentriert. Doch auch für Juden und Muslime sei es gerade eine harte Zeit in den USA.


Viele Menschen seien auf sie zugekommen und hätten ihr ihre Erfahrungen geschildert. Dabei habe sich herauskristallisiert, dass Rassismus nicht nur aus Vorurteilen bestehe, sondern aus der Verknüpfung von Vorurteilen und Macht. Ein großes Problem sei in den USA zurzeit der Anstieg von Hassgruppen und die Normalisierung von Hassreden. Sie würden „macht Amerika wieder groß“ sagen, aber eigentlich „macht Amerika wieder weiß“ damit meinen. Alles solle wieder leicht und unproblematisch für sie sein. Jodi Picoult hoffe jedoch, dass es sich dabei um „den letzten Atemzug einer sterbenden Rasse“ handele. In 20 Jahren werde die USA nicht mehr überwiegend von weißen Menschen bevölkert werden und davor würden sich viele fürchten. Im Ergebnis gebe es aber viel mehr Gemeinsamkeiten zwischen den verschiedenen Kulturen als Unterschiede, man müsse sich nur damit vertraut machen.

Als zweites wurde dann eine Szene aus der Sicht von Turk vorgelesen, der zu jenen angsterfüllten Menschen gehöre. Insgesamt wurden diese Szenen alle sehr gut ausgewählt, waren interessant und hatten eine sehr angenehme Länge.

Alles, was Turk als junger Mann erlebt habe, sei einem der beiden jungen Männer, die Jodi Picoult für das Buch interviewt habe, in Wirklichkeit passiert. So unwirklich manches vielleicht erscheine, das alles sei real und existiere tatsächlich. Sie habe sogar noch ca. 70 Seiten aus seiner Perspektive gekürzt, weil es sonst zu viele gewesen wäre, um es beim Lesen zu verarbeiten.

Kleine große Schritte sei ferner ein Buch über Eltern und Kinder und wie sie einander gegenseitig formen. Alle Charaktere darin würden eine Beziehung zu einem Kind haben, das sie beschützen wollen; das sei ihre gemeinsame Motivation.

Kennedy sei ebenfalls eine interessante Figur und entspreche am ehesten dem Bild eines „Gutmenschen“. Doch auch sie mache Fehler und habe Schwächen, auch sie mache nicht alles richtig. Durch den Gerichtsprozess lerne sie aber viel dazu.

Wie könne man etwas ändern? Die Autorin freue sich sehr, dass man diese Frage stelle und nannte daraufhin einige Beispiele als Antwort. Man solle niemals sagen, dass man „colour-blind“ sei, sondern besser „race-aware“, sonst würde es nur fälschlicherweise bedeuten, dass man etwas nicht wahrnehme. Man solle nicht sagen „all lives matter“ oder „I have black friends“, als Weißer solle man sich nicht immer hervortun. Alle Leben hätten eben erst dann eine Bedeutung, wenn das auch die Schwarzen umfasse. Man müsse den Unterschied zwischen Gerechtigkeit und Gleichwertigkeit verstehen. Man solle sich selbst in unbehagliche Situationen begeben, um andere zu verstehen, und sich selbst weiterbilden. Sie fragte das Publikum, ob irgendjemand wisse, wer beispielsweise Garret Morgan sei, was niemand bejahen konnte, obwohl eine seiner Erfindungen jedem nur allzu gut bekannt sei. Herauszufinden, welche das sei und wer er war, sei also unsere Hausaufgabe des heutigen Abends.

Sie führte weiter aus, dass man auf jeden Fall über Rassismus reden und anderen zuhören solle. Es sei besser dabei Fehler zu machen als überhaupt nicht über das Thema zu sprechen. Man solle mehr Bücher von diversen Autoren lesen. Man solle versuchen zu verstehen, wie man sich als Angehöriger einer Minderheit fühle.

Zum Abschluss wurde dann noch eine letzte, sehr aufschlussreiche Szene aus der Sicht von Kennedy gelesen, die eindrucksvoll zeigt, wie unterschiedlich so eine gewöhnliche, alltägliche Aufgabe wie das Einkaufen ablaufen kann.

Die Moderatorin bedankte sich daraufhin beim Publikum fürs Zuhören und Jodi Picoult verriet noch, dass Kleine große Schritte demnächst verfilmt werde und zwar mit Viola Davis als Ruth und Julia Roberts als Kennedy. Des Weiteren sei auch der nächste Roman bereits in Arbeit.

Natürlich hatte man im Anschluss zudem die Möglichkeit sich Bücher von der Autorin signieren zu lassen, welche auch ich in Anspruch nahm. Für diesen Anlass hatte ich mir im Vorfeld extra den neuen Roman gekauft, nur um dann später festzustellen, dass ich tatsächlich schon vier andere Bücher von ihr im Regal hatte. Doch spätestens nach der Lesung hätte ich Kleine große Schritte ebenfalls haben wollen, sodass es letztlich ganz gut war, dass mir die anderen Bücher zwischenzeitlich entfallen waren.

Dez  19

[Rezension] Eine Weihnachtsgeschichte …


Titel: Eine Weihnachtsgeschichte & die Erzählung ein Weihnachtsbaum
Autor: Charles Dickens
Originaltitel: A Christmas Carol with A Christmas Tree
Erstveröffentlichung: 1843
Übersetzerin: Gundula Müller-Wallraf

Wissenswertes

Eine Weihnachtsgeschichte und die Erzählung ein Weihnachtsbaum sind zwei in einer illustrierten Ausgabe vereinte weihnachtliche Erzählungen des bekannten britischen Schriftstellers Charles Dickens, dessen zahlreiche Werke, darunter Oliver Twist, David Copperfield sowie Große Erwartungen sich noch heute großer Beliebtheit erfreuen, mehrfach adaptiert wurden und mitunter zu den bedeutendsten Romanen der englischen Literatur zählen.

Die wunderbaren Illustrationen stammen von dem australischen Graphikdesigner Robert Ingpen, der bereits 1986 für seine Verdienste als Kinderbuchillustrator mit der Hans-Christian-Andersen-Medaille ausgezeichnet wurde.

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