[Lesung] John Green

05. Oktober 2012 | 15:11 | Erlebt

Am 11. September dieses Jahres hat John Green im Rahmen des Internationalen Literaturfestivals mehrmals in Berlin gelesen. Eine dieser tollen Möglichkeiten habe auch ich wahrgenommen. Ich habe zwar noch nichts von diesem Autor gelesen, aber so viele begeisterte Meinungen zu seinen Büchern, dass ich den Eintrittspreis nur zu gern in eine seiner Lesungen investiert habe.

Ich war anfangs sehr skeptisch, ob Das Schicksal ist ein mieser Verräter ein Buch für mich wäre, bin nach der Lesung aber nicht nur bereit das Buch zu lesen, sondern sogar richtig gespannt darauf, denn die vorgetragenen Ausschnitte haben mir außerordentlich gut gefallen!

Nach einer kurzen Vorstellung des Autors, wobei auch die Nerd Fighters und die Vlog Brothers zur Sprache kamen, und die unter anderem enthielt, dass John Green dreiundfünfzig mal sitzen gelassen wurde ehe er seine Frau kennen lernte, wurde er mit tosendem Applaus vom Publikum empfangen.

Danach folgte eine erste Fragerunde durch den Moderator, wobei die Antworten des Autors von einer sehr kompetenten Dolmetscherin zur Abwechslung mal genau übersetzt wurden. Dabei erfuhr ich, dass es sich bei dem Originaltitel, The Fault In Our Stars, um ein abgewandeltes Zitat (eigentlich: „The fault is not in our stars.“) aus dem Shakespeare Stück Julius Caesar handelt. Der Roman ist einer Freundin gewidmet, die schon mit jungen sechzehn an Krebs starb und ohne die er die Geschichte nicht hätte schreiben können. Hazel und Ester sind aber nicht gleich.

Im Anschluss an die ersten beantworteten Fragen wurden ein paar Szenen gelesen. Zuerst vom Autor selbst auf Englisch, dann auf Deutsch von Regina Gisbertz, wobei die Szenen direkt zusammen hingen. Beide haben wirklich toll gelesen und in ihrem Fall sogar besonders lange.

Darauf folgte eine zweite Runde mit Fragen und Antworten, wobei dieses Mal auch ein paar Leute aus dem Publikum Fragen stellen durften. Dabei erzählte John Green z.B., dass es ihm wichtiger ist Emotionen rüber zu bringen als den jeweils aktuellen Jugendslang zu verwenden. Er will vor allem echte Gefühle abbilden, auch wenn der Slang dann vielleicht nicht authentisch ist.

In dem Buch kommt auch wieder eine Reise vor, nach der amerikanischen Ideologie des „geographical cure“. Die Amerikaner verlassen wohl häufig für eine Weile ihr zu Hause, wenn alles an Bach runter geht. Er entschuldigte sich aber auch damit, dass er einfach selbst gern reisen würde.

Für Amsterdam als Ziel entschied er sich, weil es dabei ist zu versinken, genau wie Hazel untergeht. Außerdem ist es für ihn eine romantische Stadt, ein wenig exotisch, spiegelt aber auch den Sittenverfall wieder. Ferner steht dort das Anne Frank Haus und er wollte, dass sie sich dort näher kommen.

Was mich jedoch am meisten überwältigte, war die Tatsache, dass er ganze 150.000 (!!!) Exemplare des Buches vor dem Verkauf signiert hatte, was ihn ganze siebzig Tage gekostet hat. Aber er hatte es im Vorfeld nun mal versprochen, wobei er allerdings nur mit 10-20.000 Exemplaren gerechnet hatte. Ich hatte bereits gewusst, dass man signierte Bücher vorbestellen konnte, aber mit einer so hohen Anzahl hätte ich nie im Leben gerechnet!

Bevor es dann zum Signieren ging, wo die Schlange dieses Mal wirklich endlos lang erschien, wurden noch einmal ein paar Seiten auf Deutsch gelesen. Ich weiß nicht mehr genau, wie lange ich anstand, aber es kam mir doch sehr lange vor. Das war jedoch nicht schlimm, denn so hatte ich reichlich Zeit mich mit anderen Besuchern über verschiedene Bücher auszutauschen. Als ich dann endlich an der Reihe war, reichte ich ihm Margos Spuren sowie Das Schicksal ist ein mieser Verräter, welche er mir, nach einem netten Kompliment für meine Kette bzw. den Herz-Anhänger, signierte.

Abschließend kann ich nur sagen, dass John Green mir sehr sympathisch war und ich früher oder später gern alle seine Bücher lesen möchte. Angefangen mit dem neuesten, sobald ich die Zeit dafür finde und in der Stimmung für so ein Buch bin.




Kommentare

  1. Ach, da wäre ich ja auch sehr gerne dabei gewesen. Ich habe das Buch von meiner Buchhändlerin ausgeliehen bekommen, weil sie meint, dass ich es unbedingt lesen muss. Ich traue mich aber momentan nicht so recht daran. :/ Ich freue mich schon, deine Rezension zu lesen.

    • Warum traust du dich nicht an das Buch?

      Ich lese es gerade und mag es. Die extreme Begeisterung einiger kann ich zwar nicht ganz nachvollziehen, aber gut ist es auf jeden Fall. ;)

  2. Wegen der Thematik. Aber das ist auch der Grund, weshalb mir das Buch überhaupt empfohlen wurde. Es soll ja sehr ehrlich mit dem Thema umgehen und ich weiß nicht, ob ich davon lesen möchte.

    • So ging es mir auch, zumal ich so nah am Wasser gebaut bin. Aber die Lesung hat mich sehr neugierig gemacht, denn entgegen meiner Erwartungen ist das Buch auch sehr humorvoll. Natürlich wird es auch traurige Stellen geben, wohl vor allem am Ende, aber das lässt sich bei dem Thema wohl nicht vermeiden.

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