[Rezension] When you were mine

25. Februar 2012 | 20:07 | Gelesen

Titel: When you were mine
Autorin: Rebecca Serle
Deutscher Titel: Zerbrechliches Herz
Erstveröffentlichung: 2012
Sprache: Englisch


Wissenswertes

When you were mine ist der Debutroman der us-amerikanischen Autorin Rebecca Serle. Es ist eine moderne Nacherzählung von Shakespeares Drama Romeo & Julia, geschildert aus der Sicht von Romeos erster Liebe, denn eines Abends stellten sie und eine Freundin von ihr sich die Frage, was eigentlich aus Rosaline wurde.

In den USA ist das Buch ab Anfang Mai dieses Jahres erhältlich und auch in Deutschland wird es erscheinen. Die Rechte an der Verfilmung des Romans wurden sich bereits von Fox gesichert.

Im Moment arbeitet die Autorin an einem zweiten Jugendbuch.

Inhalt

Rosaline ist davon überzeugt, dass sie und Rob füreinander bestimmt sind und dass aus ihrer jahrelangen Freundschaft nun endlich eine richtige Liebesbeziehung wird. Dieser Traum scheint schließlich in Erfüllung zu gehen als Rob mit ihr ausgehen will und sie am Ende des Abends sogar küsst. Doch dann endet er bereits bevor er richtig begonnen hat, denn als Juliet, Rosalines Cousine, plötzlich wieder mit ihrer Familie in die Stadt zurückzieht, hat Rob schon nach kürzester Zeit nur noch Augen für sie. Und auch Juliet, die einmal ihre beste Freundin gewesen ist, hat offenbar nichts Besseres zu tun als Rose, die sie mit offenen Armen empfangen hatte, sofort den Freund auszuspannen.

Es verletzt Rose zutiefst, dass Rob sie so schnell fallen gelassen hat, aber noch mehr verwirrt sie die Ungewissheit darüber, warum Juliet sie so sehr hasst und ihr so etwas antut. Was ist vor zehn Jahren zwischen den Eltern der beiden Cousinen wirklich vorgefallen? Warum haben Juliet und ihre Eltern damals die Stadt verlassen?

Kritik

When you were mine von Rebecca Serle ist eine moderne Nacherzählung des wohl bekanntesten Werkes von William Shakespeare: Romeo & Julia. Der Fokus liegt in diesem besonderen Fall allerdings nicht auf den tragischen Liebenden selbst, sondern auf Rosaline, dem Mädchen in das auch Shakespeares Romeo verliebt war bevor er Julia begegnete.

Dementsprechend wird die gesamte Handlung natürlich auch aus der Sicht von Rosaline erzählt, deren Gedanken und Gefühle man durch die von der Autorin gewählte Ich-Perspektive sehr gut nachempfinden kann.
Rose war eigentlich schon immer in Rob verliebt, wollte sich aber selbst nie Hoffnungen auf eine richtige Beziehung mit ihm machen, weil er so gut aussehend und beliebt ist, während sie sich selbst nur für relativ durchschnittlich hält. Dieser Umstand macht ihre Figur allerdings sowohl sehr sympathisch als auch glaubwürdig, denn gerade in der Pubertät sind Selbstzweifel, insbesondere bezogen auf das äußere Erscheinungsbild, keine Seltenheit. Deshalb freut man sich auch so mit ihr als Rob ihre Gefühle zu erwidern scheint und ihre gemeinsame Beziehung offensichtlich auf eine andere Ebene führen will. Umso getroffener und schockierter ist man dann aber auch, dass der zunächst so nett wirkende Junge von nebenan Rosie sofort vergisst als Juliet ein Auge auf ihn wirft um ihre Cousine zu verletzen. Daraufhin kann man für Rob als Leser eigentlich nur noch Antipathie und ein wenig Verachtung empfinden, was natürlich auch auf Juliet zutrifft, für die man, vor allem wegen ihrer hochnäsigen Art, allerdings von Anfang an nicht viel übrig hatte.

Neben diesen drei zentralen Figuren gibt es aber auch noch zahlreiche Nebencharaktere, insbesondere Rosies beste Freundinnen Charlie und Olivia, die einem schnell ans Herz wachsen, weil sie ihrer Freundin so viel Halt geben und wieder unter Beweis stellen, wie wichtig und schön es ist jemanden zu haben auf den man sich immer verlassen kann.
Außerdem gibt es noch eine weitere männliche Figur, deren Bedeutung man zu Beginn noch nicht kennt, die aber nach und nach immer mehr in den Vordergrund rückt und sich durch eine sehr liebenswürdige Art ebenfalls ins Herz des Lesers zu schleichen vermag.

Die Handlung selbst ist, wie auch das Drama von Shakespeare, in fünf Akte unterteilt, die auch vom Aufbau her der klassischen Einteilung des Dramas entsprechen, sodass man ungefähr weiß, was im weiteren Verlauf noch geschehen wird bzw. wann irgendetwas wichtiges geschieht. Das, und auch die deutlichen Parallelen zu Romeo & Julia, machen das Buch aber nicht weniger spannend oder interessant, denn das Entscheidende ist ja nicht, das etwas passiert, sondern wie und warum.

Insbesondere die Frage, wieso Juliet ihre Cousine, der sie einmal so nahe gestanden hat, so sehr hasst und was zwischen ihren beiden Familien vorgefallen ist, können die Neugier des Lesers wecken und auch konstant aufrecht erhalten. Man kann es kaum erwarten eine Antwort auf diese Fragen zu erhalten um endlich zu verstehen, warum Juliet sich so verändert hat und sich so mies verhält. Glücklicherweise wird man auch nicht zu lange auf die Folter gespannt und am Schluss wird alles aufgeklärt – ein langes Warten auf die Fortsetzung bleibt einem hier also erspart. Das Ende kommt unerwartet, obwohl es einen eigentlich nicht überraschen dürfte, und sorgt sowohl für ein lachendes, als auch für ein weinendes Auge.

Fazit

When you were mine ist eine sehr gelungene Neuerzählung des bekannten Dramas Romeo & Julia, aus der Sicht einer Figur, die einem zwar bekannt war, die aber bisher immer vernachlässigt wurde, obwohl sie eigentlich ebenfalls Teil der tragischen Liebesgeschichte ist. Die Autorin Rebecca Serle versteht es den Leser trotz der Gemeinsamkeiten und den teilweise übereinstimmenden Ereignissen zu fesseln und die Neugier stets aufrecht zu erhalten.

Wer schon immer eine Schwäche für Romeo & Julia hatte und mal wieder ein tolles, zeitgenössisches Jugendbuch lesen will, sollte sich When you were mine auf keinen Fall entgehen lassen!





Kommentare

  1. Als du das eBook zum ersten Mal vorgestellt hast, bin ich schon hellhörig geworden. Aber deine Rezi hat mich jetzt noch mehr überzeugt!!! Lässt sich die Geschichte denn vom Englischen her leicht lesen oder ist es doch eher anspruchsvoller?

    • Also soweit ich mich erinnere, hatte ich keine Schwierigkeiten. Lediglich das Shakespeare Zitat zu Beginn des Buches habe ich in meiner deutschen Ausgabe nachgelesen, weil Shakespeare ja nun doch eine ganz eigene Nummer ist.

      Ich weiß aber auch noch nicht, ob ich mir in gedruckter Form dann die deutsche Ausgabe besorge oder die englische. ^^

  2. Hör mir auf mit Shakespeare! Wer das ohne Probleme verstehen kann, ist eh nicht ganz normal. ;-)

    Weiß man denn schon was von einem deutschen Veröffentlichungstermin?

    • Also auf Deutsch finde ich Shakespeare toll und gar nicht so schwer. Aber auf Englisch komme ich mit den alten Wörtern nur schlecht (bis gar nicht) zurecht.

      Von einem Termin weiß ich leider noch nichts und das Buch ist ja auch in den USA noch nicht erschienen. Frühester Termin wäre wohl Herbst 2012, aber ich rechne eigentlich erst im nächsten Frühjahr bei uns damit, aber man weiß ja nie. ^^

  3. Stimmt, auf Deutsch ist Shakespeare noch zu ertragen, wenn auch nicht unbedingt mein Geschmack. Aber auf Englisch geht das wirklich GAR NICHT!!!

    Ja, dann wird es wohl dieses Jahr nichts mehr mit dem Buch auf Deutsch … aber das läuft ja auch nicht weg.

    • Also ich liebe ja z.B. ‘Romeo & Julia’ und könnte einige Passagen immer wieder lesen. Umso mehr ärgert es mich, dass meine schöne Gesamtausgabe von Shakespeares Werken sich im Nachhinein als unvollständig herausstellte, denn bei ‘Romeo & Julia’ fehlt z.B. der Prolog, den ich besonders schön finde.

      Heißt das, du willst es jetzt doch nicht auf Englisch lesen, sondern wartest gleich auf das deutsche?

  4. Ich denke schon, dass ich es auf Deutsch lese. Englische Bücher lese ich eigentlich nur, wenn ein deutscher Veröffentlichungstermin noch in den Sternen steht. ;-) Aber da du ja auch in deinem Wochenrückblick geschrieben hast, dass es bei Lübbe erscheinen wird, kann ich auch noch etwas auf das Buch warten!

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