[Rezension] Engelsflammen

19. Dezember 2012 | 14:44 | Gelesen

Titel: Engelsflammen
Autorin: Lauren Kate
Originaltitel: Passion
Erstveröffentlichung: 2011
Übersetzerin: Michaela Link


Wissenswertes

Engelsflammen ist der dritte Teil der Jugendbuchserie der us-amerikanischen Autorin Lauren Kate.

In den USA sorgte der Auftakt der Reihe bereits für viel Aufsehen. Er hielt sich ganze 36 Wochen auf der New York Times Bestsellerliste und wurde über 325.000-mal verkauft. Der zweite Teil, Torment, hatte in den USA sogar schon vor dem Erscheinen einen Rekord gebrochen: Er ging mit der höchsten Erstauflage im Jugendbuchbereich an den Start!

Der vierte und damit letzte Band, Rapture, ist im Sommer dieses Jahres bereits in den USA erschienen. Daneben gibt es noch eine Kurzgeschichtensammlung zur Serie mit dem Titel Fallen in Love.

Inhalt

Weil niemand, der über Luce, Daniel und den Fluch, der auf ihnen beiden lastet, Bescheid weiß, ihre Fragen beantwortet um sie endlich über alles aufzuklären, benutzt Luce die Verkünder um sich allein auf die Suche nach Antworten zu begeben. Sie reist immer weiter zurück in die Vergangenheit, in ihre eigenen vergangenen Leben, und versucht so herauszufinden, was es mit dem Fluch auf sich hat und wie man ihn vielleicht doch brechen kann.

Sowohl die Engel als auch Shelby und Miles reisen ihr nach und versuchen sie aufzuspüren. Daniel versucht natürlich ebenfalls Luce zu finden. Obwohl er sich nichts mehr wünscht als dass sie tatsächlich einen Weg findet um ihren gemeinsamen Teufelskreis zu beenden, so fürchtet er sich noch mehr davor, dass Luce die Vergangenheit verändert und ihr gegenwärtiges Ich dabei womöglich auslöscht, denn dann verliert er sie für immer.

Kritik

Nach einem leider nur mittelmäßigen Serienauftakt und einem wesentlich besseren zweiten Teil bekommt man mit Engelsflammen einen ebenso gelungenen dritten Band präsentiert, der sich stark von seinen beiden Vorgängern unterscheidet. Anders heißt in diesem Fall nämlich nicht schlechter, sondern einfach besonders, vor allem was die Handlung betrifft.

In Engelsflammen schickt Lauren Kate ihre Protagonistin Lucinda auf eine Reise durch deren eigene Vergangenheit. Eine Vergangenheit, an die sie keine Erinnerungen mehr hat, in der sie aber hofft den Schlüssel zu finden, der den Fluch brechen kann, der seit Jahrtausenden auf ihr und Daniel lastet. Sie will nicht länger nur dabei zusehen wie andere über ihren Kopf hinweg Entscheidungen für sie treffen oder gar hilflos auf ihren Tod warten, sondern endlich selbst handeln. Sie will Antworten auf die vielen Fragen finden, die sie schon so lange beschäftigen und die ihr offensichtlich niemand sonst geben will.
Dazu zählt insbesondere die Frage nach der Echtheit ihrer Gefühle für Daniel und umgekehrt. Luce will, verständlicherweise, wissen, ob sie Daniel wirklich und aufrichtig liebt, oder ob ihre Liebe zu um ein Teil des Fluches ist und sie sich nur deswegen zu ihm hingezogen fühlt.
Außerdem will sie endlich mehr über den Fluch selbst in Erfahrung bringen. Was hat ihn ausgelöst? Warum geht Lucinda immer wieder irgendwann in Flammen auf? Welches Ausmaß hat der Fluch und wie kann man ihn, wenn überhaupt, überwinden?

Die Antwort auf all diese Fragen sucht –und findet – sie in ihren vergangenen Leben, allerdings ist es alles andere als einfach alle Zusammenhänge zu verstehen und miteinander in Einklang zu bringen. Sie beobachtet ihre früheren Ichs zu verschiedenen Zeitpunkten und kommt den Antworten dabei langsam näher. Sie erfährt jedoch nicht nur etwas über ihre Vergangenheit sowie Daniel, sondern auch über sich selbst wie sie jetzt ist und fühlt. Durch diese Erkenntnisse gewinnt Luce an Stärke und wächst dem Leser mehr und mehr ans Herz, sodass man richtig mit ihr mitfiebert.

Eine weitere Besonderheit dieses Bandes ist, dass die Handlung abwechselnd aus den Perspektiven von Lucinda und Daniel geschildert wird. Während man Luce mittlerweile schon sehr gut kennt, waren Daniel sowie sein Verhalten manchmal schwer nachvollziehbar. Durch die Kapitel aus seinem Blickwinkel kann man auch ihn nun etwas besser verstehen und erfährt mehr über ihn, seine Vergangenheit sowie seine Liebe zu Luce. Des Weiteren erfährt man einige interessante Details über seine Beziehung zu Cam, die für den ein oder anderen sicher überraschend sind.

Die Handlung selbst ist nicht unbedingt spannend, aber die vielen Fragen rund um den grausamen Fluch sind schon allein Grund genug immer weiter zu lesen. Ferner ist es unheimlich interessant Luce auf ihrer Reise in die Vergangenheit zu begleiten. Ihre zahlreichen früheren Leben sind teilweise sehr unterschiedlich und haben doch immer etwas gemeinsam: ihre Liebe zu Daniel. Erst indem man Luce immer und immer wieder in Daniels Armen sterben sieht, wird einem klar, was der Fluch für Daniel wirklich bedeutet und wie schlimm es für ihn sein muss. Man kann kaum glauben, dass er die Hoffnung noch nicht aufgegeben hat, obwohl er das schon viele Tausend Jahre durchmacht und so ergeht es auch Luce.

Ferner ist man natürlich außerordentlich daran interessiert zu erfahren, was genau die Veränderung an Luce in der Gegenwart bewirkt hat, die sich niemand erklären kann. Eigentlich müsste Luce in ihrem jetzigen Leben schon längst verbrannt sein. Was hat dazu geführt, dass das eben gerade nicht der Fall ist? Hat Luce selbst die Veränderung bei ihrer Reise in die Vergangenheit bewirkt? Wenn ja, wie? Oder war es jemand anderes?

Zum Ende hin kommt dann aber doch noch Spannung auf und man kann die Zeilen gar nicht schnell genug lesen. Obwohl man nun so ziemlich alle Antworten kennt, ist die Geschichte noch lange nicht zu Ende. Luce und Daniel müssen weiterhin um ihre Liebe kämpfen und stehen vor einer neuen großen Aufgabe, die es im nächsten und damit letzten Band zu lösen gilt, wenn sie ihre Beziehung retten wollen.

Fazit

Engelsflammen ist der fantastische dritte Teil zu einer Serie, die sich von Band zu Band steigern konnte und vor allem durch ein ganz bestimmtes unerwartetes Ereignis auf ein fulminantes Finale zusteuert, das man kaum noch erwarten kann.

Es macht Spaß zusammen mit Luce durch ihre Vergangenheit zu reisen und ihre vielen interessanten vergangenen Ichs zu beobachten. Manche Augenblicke sind traurig, manche tragisch, aber andere dafür sehr romantisch. Und obwohl Lucinda und Daniel wegen dieser Reise so lange voneinander getrennt sind, kommen sie einander näher, weil Luce endlich mehr über sich selbst, ihre Gefühle und vor allem den Fluch, der seit Jahrtausenden auf ihnen Beiden lastet, erfährt.





Kommentar abgeben?

Hiermit erteile ich mein Einverständnis.

Archive

Online seit

Hinweis: In nahezu allen Beiträgen sind die ggf. abgebildeten Buchcover o.Ä. mit einem sog. Affiliate-Link (externer Link zu Amazon) hinterlegt und gelten daher als Werbung.