Wir alle kennen es und meistens hassen wir es auch: Das Warten auf den nächsten Band einer Serie, die wir unbedingt weiter verfolgen möchten. Ich würde lügen, wenn ich behaupten würde, das Warten störe mich überhaupt nicht, den vor allem, wenn ein Teil mit einem gemeinen Cliffhanger endet, kommt einem die Zeit bis zum nächsten Band – in der Regel ist das immerhin ein ganzes Jahr – unendlich lang vor.
Doch vorhin kam mir der Gedanke, dass das Warten nicht nur unbequeme Seiten hat. Mal abgesehen davon, dass es für den Geldbeutel vermutlich schonender ist, nicht alle Teile einer Reihe innerhalb kürzester Zeit zu erwerben, hat es noch einen weiteren entscheidenden Vorteil: Man kann mit solchen Serien aufwachsen!
Das beste und wohl bekannteste Beispiel ist dafür natürlich Harry Potter. Egal, ob nun die Bücher oder die Filme (oder beides), man ist damit groß geworden. Jahr für Jahr hat man gespannt und voller Vorfreude auf den nächsten Band gewartet, auf den Erscheinungstermin hingefiebert und die Tage am Kalender abgezählt. Ich kann mich noch gut daran erinnern, wie ich das entscheidende Finale von Harry, Ron und Hermine herbei gesehnt und schließlich verschlungen habe. Und einigen von euch ging es sicher genauso. Ich frage mich, ob Harry Potter unserer Generation so stark im Gedächtnis geblieben wäre (und sicher noch bleiben wird), wenn wir schon die Möglichkeit gehabt hätten, alle Bände hintereinander weg innerhalb weniger Tage/Wochen/Monate zu lesen. Dann wären wir nicht mit ihnen aufgewachsen, nicht zusammen mit den Charakteren älter geworden und gereift. Ich bin zum Beispiel immer wieder überrascht, dass die Hauptdarsteller mal so ‚klein’ waren, wenn ich die ersten Potter-Filme sehe und dann fällt mir ein, dass ich etwa in dem gleichen Alter und ein genauso kleiner Knirps war, als der Film ins Kino kam – irgendwie hat das auch einen besonderen Charme.
Aber Harry Potter ist ja nicht das einzige Beispiel, sicherlich hat jeder von euch so seine Serie, mit der er außerdem auch noch aufgewachsen ist. Bei mir ist das zum Beispiel die Reihe The Princess Diaries. Ich habe diese so geliebt, und liebe sie auch heute noch, weil ich mich stets so gut mit Mia identifizieren konnte und ihre Gedanken meine eigenen hätten sein können. Jedes Jahr konnte ich den nächsten Band kaum erwarten und die Serie hat immerhin zehn Bände. Ich habe sie zwar erst für mich entdeckt, als schon die ersten drei Bände erhältlich waren, aber dann bleiben immerhin noch sieben weitere Jahre, die ich mit dieser Serie groß geworden bin. Ich bezweifle, dass die Bücher die gleiche Wirkung auf mich hätten entfalten können, wenn ich sie am Stück bzw. innerhalb eines Jahres gelesen hätte. Ich wäre nicht mit Mia zusammen älter geworden und ich glaube nicht, dass ich als 13/14-jährige die 18-jährige Mia aus dem letzten Band in dem Alter schon so gut verstanden oder mich so gut mit ihr hätte identifizieren können.
Wie seht ihr das? Meint ihr, unsere geliebten Serien würden uns genauso stark in Erinnerung bleiben, wenn wir sie hintereinander hätten lesen können?






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