[Kolumne] Serien – Segen oder Fluch?

25. Januar 2011 | 22:44 | Sinniert

Vor allem im Bereich der Jugend- bzw. der so genannten All-Age-Bücher ist sie in letzter Zeit doch sehr auffällig und häufig vertreten: Die Serie. Nahezu jedes neu erscheinende Buch ist entweder der Auftakt zu einer neuen Serie oder eine Fortsetzung von einer, zumindest kommt es mir so vor.
Das führt bei mir inzwischen sogar schon dazu, dass ich mich vor dem Kauf eines Buches explizit darüber informieren muss, ob es der erste Band oder ein anderer Teil einer Serie ist, was mich seit kurzem manchmal sogar zögern lässt.

Noch vor einer Weile war ich fest davon überzeugt, dass ich nichts gegen Serien habe. Und auch jetzt kann ich nicht leugnen, dass ich ein großer Fan bestimmter Serien bin oder bei einigen Büchern wirklich dankbar bin, dass sie fortgesetzt wurden und prinzipiell eigentlich nichts dagegen einzuwenden habe.
Bei einem Blick auf die Liste der Neuerscheinungen, die ich in diesem Jahr unbedingt haben möchte, hat sich das jedoch ein wenig geändert. So sehr ich einige Serien liebe, so sehr muss ich trotzdem sagen, dass ich es mittlerweile unschön, vielleicht sogar schon etwas nervig, finde, wie viele Bücher fortgesetzt oder von Anfang an als Serie beworben werden. Das hat sowohl Vor- als auch Nachteile, wobei ich mir noch nicht sicher bin, was für mich überwiegt.

Unterscheiden sollte man dabei wohl zunächst zwischen Romanen, die einfach nur (einmal) fortgesetzt werden, weil beabsichtigt oder unbeabsichtigt doch noch so viel offen gelassen wurde, dass es erforderlich oder zumindest wünschenswert war; Büchern, die von vorneherein als Serie konzipiert werden; und solchen, die nicht im geringsten nach einer Fortsetzung, oder gar mehreren, verlangen.
Zu der ersten Kategorie gehört für mich z.B. Solange du da bist von Marc Levy. Ein wundervolles Buch, dessen Ende aber einfach zu offen war, um es für immer dabei zu belassen, sodass der Autor die Fortsetzung Zurück zu dir schrieb. Dennoch würde ich diese beiden Bücher nicht wirklich als Serie betrachten.

Zum zweiten Fall zählen für mich Bücher bzw. Reihen, denen man wirklich anmerkt, dass sie von Anfang an als Serie gedacht waren, wie z.B. Die Tribute von Panem, die Twilight-Saga, die Arkadien- oder die Edelstein-Trilogie. Bei diesen Büchern hat man nicht das Gefühl, dass sie nur fortgesetzt wurden, um noch mehr von dem Erfolg zu profitieren. Man merkt, dass die Bände – unabhängig davon, ob die einzelnen Bände (relativ) in sich abgeschlossen sind, oder nicht – zusammen gehören und die Handlung nicht unnötig in die Länge gezogen wird. Bisher war ich ein großer Fan solcher Serien, weil es den Autoren teilweise einfach viel mehr Möglichkeiten gibt, um die Charaktere genauer zu betrachten und sich entwickeln zu lassen und auch um komplizierte oder geheimnisvolle Handlungsstränge wirklich erst nach und nach aufzulösen um dadurch die Spannung konstant aufrecht zu erhalten. Bei den oben genannten Serien ist das meiner Meinung nach auch sehr gut gelungen und ich habe diese Bücher sehr gern gelesen. Solange die einzelnen Teile einer solchen Serie in regelmäßigen Abständen erscheinen, finde es auch völlig in Ordnung. Unschön wird es erst, wenn man – womöglich noch mit einem Cliffhanger am Ende – jahrelang auf den nächsten Teil warten muss!

Leider bin ich aber auch bei solchen Serien inzwischen skeptisch geworden und zögere beim Kauf bzw. beim Lesen. Ist es denn wirklich notwendig, dass man Geschichten unbedingt als Serie konzipieren muss? Ich habe teilweise das Gefühl, dass Verlage regelrecht darauf aus sind, dass Autoren keine Einzelromane mehr – die ja mittlerweile fast schon Raritäten geworden sind – produzieren, sondern Serien, damit man möglichst lange von dem (sich hoffentlich einstellenden) Erfolg zehren kann. Das finde ich nicht gut.

Einigen Autoren, wie z.B. Kai Meyer oder Meg Cabot, gelingt es meiner Meinung nach sehr gut Serien so zu konzipieren, dass die Bücher inhaltlich zusammen gehören, aber die einzelnen Teile auch immer irgendwo eine in sich abgeschlossene Handlung darstellen und den Leser nicht mit unnötigen Fortsetzungen langweilen.
Es gibt aber auch Autoren bzw. Serien, wo dies nicht gelingt, wie z.B. Engelsnacht. Obwohl man sich natürlich im Klaren darüber ist, dass dieser Band als Auftakt einer Trilogie nicht das Geheimnis der gesamten Serie lüften kann, so wird man doch eigentlich nur hingehalten. In diesem ersten Teil werden im Prinzip nur die Hauptfiguren eingeführt. Ansonsten wird man nur mit einem Rätsel nach dem anderen konfrontiert, ohne dass auch nur eine der gefühlten 100.000 Fragen ansatzweise beantwortet wird. So machen Serien(teile) keinen Spaß. Man möchte doch wenigstens etwas über die Geschichte erfahren und solche Andeutungen erhalten, die einem wenigstens Raum für Spekulationen geben und nicht von der ersten bis zur letzten Seite nur im Dunkeln tappen. Bei einem Großteil der Leser mag das dazu führen, dass man zumindest noch den zweiten Teil lesen wird. Falls es dort so weiter geht, wage ich allerdings zu bezweifeln, dass der dritte Band noch viele Abnehmer finden wird. Das könnte im Ernstfall sogar darauf hinauslaufen, dass ein dritter Band gar nicht erst entsteht bzw. vermarktet wird und der Leser nie erfahren wird, was es mit der Geschichte auf sich hatte oder wie sie womöglich geendet hätte. Das ist nicht fair und sorgt auch nicht gerade dafür, dass junge Leute wieder mehr lesen.
Wenn man sich eine so komplexe Geschichte ausgedacht haben sollte, dass man sie nicht in einem Buch erzählen kann oder möchte und auch kein Buch mit über 1.000 Seiten schreiben will, dann sollte man den Leser doch wenigstens nicht unnötig auf die Folter spannen und das Ganze so konzipieren, dass man Geheimnisse auch Stück für Stück enthüllt und den Leser nicht mit allen Mysterien bis zum letzten Band hinhält.

Aber kommen wir noch zur letzten Kategorie: Bücher, die keinerlei Fortsetzung bedürfen, aber dennoch eine erhalten, wie z.B. Numbers von Rachel Ward oder Nach dem Sommer von Meggie Stiefvater.
Beide Bücher sind in sich abgeschlossen und lassen wenige bis keine Fragen offen, die wirklich einer Klarstellung bedürfen. Da stellt sich mir wirklich ernsthaft die Frage nach dem Warum. Warum werden solche Bücher fortgesetzt? Ist es nur, um noch mehr Geld aus dem Erfolg des ersten Teils zu ziehen? Ist es, weil den Autoren nichts anderes einfällt, als ihre bekannten Charaktere und Handlungsstränge noch weiter auszuschöpfen? Oder ist es, weil die Autoren einfach noch nicht mit diesen Charakteren abschließen können oder wollen, weil es tatsächlich noch Aspekte ihrer Geschichte gibt, die unbedingt erzählt werden müssen?

Sofern es nur geschieht, um eine der ersten beiden Fragen oder gar beide mit ja zu beantworten, ist es nicht sinnvoll. Natürlich kann ich verstehen, wenn Verlage oder Autoren noch mehr Geld einnehmen wollen, aber um welchen Preis? Ein wirklich gutes Buch kann durch eine misslungene, unnötige Fortsetzung (fast) ruiniert werden und macht niemandem eine Freude. Wenn das erste Buch richtig gut war, führt es sicherlich dazu, dass auch das zweite gekauft wird. Doch die Enttäuschung darüber, kann bewirken, dass Leser dauerhaft oder für eine Zeit lang Abstand von dem Autor oder Serien/Fortsetzung im Allgemeinen nehmen. Und das ist mit Sicherheit nicht das Ziel.

Ich finde, man sollte Bücher nur fortsetzen, wenn man die letzte Frage mit einem ja beantwortet, alles andere wäre verkehrt und nimmt vielleicht sogar die Freude am Lesen. Dadurch stelle ich mir nämlich auch inzwischen die Frage, was ich mehr bevorzuge: Serien oder Einzelromane wie Faunblut oder Erebos (die beide trotz des Erfolgs nicht fortgesetzt werden). Denn auch als (früherer) Fan von Serien komme ich nicht umhin festzustellen, dass deren Beliebtheit immer mehr nur aus Habgier ausgenutzt wird und damit absolut nicht förderlich ist.

Daher auch meine Frage(n) an euch: Was haltet ihr davon? Seid ihr von der Masse an neuen Serien auch schon genervt und freut euch über die seltenen Einzelromane oder seid ihr nach wie vor Fan von Serien?




Kommentare

  1. Ich mag beides sehr gerne. Das Problem bei Reihen ist in meinen Augen nur das Geld und die lange Wartezeit.

    Ganz schlimm finde ich es allerdings, wenn manche Bücher gar nicht als Reihe gekennzeichnet sind. Habe bei einigen Autoren erst viel zu spät gemerkt, dass sie eine Reihe geschrieben haben.

    • Über die fehlende/mangelhafte Kennzeichnung der Zugehörigkeit könnte ich mich auch immer wieder aufregen. Dadurch hab ich z.B. bei der Serie von Lara Adrian nicht mit dem ersten Band angefangen. Vor allem bei den Erwachsenen-Serien von Meg Cabot ist mir schon so oft aufgefallen, dass man die Zusammengehörigkeit der einzelnen Teile weder am Cover noch am Titel erkennen kann. So schwer kann das doch eigentlich nicht sein, oder?

  2. Ich möchte mich gar nicht festlegen, ob ich Serien oder Einzelbände lieber mag. Klar ist für mich nur, dass manche Serien unnötig fortgesetzt wurden. Bestes Beispiel für mich ist ‘Tagebuch eines Vampirs’ von Lisa J. Smith. Aufmerksam geworden bin ich auf die Bücher durch die gleichnamige Fernsehserie. Mein Fazit: Die ersten beiden Teile sind durchaus lesenswert, die nächsten beiden Bände waren eher schwach (man muss beachten, dass die ersten vier Teile 1991 erschienen sind). Warum musste die Autorin nach dem Erfolg der US-Fernsehserie noch einen oben drauf setzen und weitere Teile herausbringen? Meiner Meinung nach völlig überflüssig, vor allem, weil die Geschichte nach den ersten vier Bänden erzählt war. Smith muss wohl klar gewesen sein, dass nach dem Erfolg der Fernsehsendung ein neuer Teil ganz schön Geld machen könnte, was ich wiederum sehr traurig finde.

    Mein Fazit: Ich bin grundsätzlich ein Fan von Trilogien, etc. Wenn mich eine Serie wirklich packt, bin ich sogar froh, dass es weitere Bände gibt. Dafür müssen mich allerdings die Figuren, die Geschichte, etc. auch begeistern können. Das ist leider nicht immer der Fall, manche Mehrteiler sind aber auch wirklich enttäuschend. Seit der Twilight-Saga erhält man schon den Eindruck, dass viele Autoren auf diesen Zug aufspringen wollen. Aber mir soll es Recht sein. ;-)

    • Richtig festlegen kann/will ich mich auch nicht. Aber ich stehe den meisten Serien inzwischen relativ skeptisch gegenüber, leider.

  3. Im Grunde mag ich Serien sehr gerne – einerseits liegt es an dem Grund, den du bereits genannt hast: Die Autoren haben einfach viel mehr Platz um eine komplexere Handlung sinnvoll zu konstruieren. (Wenn alles gequetscht wird, macht das Lesen auch keinen Spaß.) Ein anderer Grund ist für mich, dass ICH noch nicht aus der Welt raus will. (: Da ist es mir auch schnuppe, warum es die Fortsetzung gibt – Hauptsache, der/die Autor/in hat sich Mühe gegeben! (Trifft ja leider nicht immer zu.) So könnte J. K. Rowling meinetwegen noch sieben Potter-Bände schreiben, meinetwegen auch einfach nur den Unterricht und die alltäglichen Probleme von Harry & Co, oder den Rumtreibern oder den Zwillingen, die so in der Reihe keinen Platz gefunden haben. Da hätte ich einfach Spaß dran, wenn es wirklich genau DIESE Welt ist, die ich zuvor kennengelernt habe. Aber so gesehen wären solche Fortsetzungen eigentlich auch ziemlich sinnlos.

    Andererseits sind Serien aber auch wirklich ein Problem. Du hast eigentlich alles schon angesprochen – teilweise sind sie nicht nur unnötig, sondern auch noch schlecht gemacht, so ging’s mir zum Beispiel mit dem zweiten Teil von “Die Prophezeiung der Schwestern”. Das macht auch wenig Lust aufs Weiterlesen. Und billig ist das Ganze auch nicht. Ich habe vorhin erst ein paar Serien von meiner Wunschliste gestrichen – einfach weil ich nicht die Zeit und das Geld dazu habe! Nachher fängt man auch so viele Reihen an, weil alles irgendwie fortgesetzt wird, dass man eigentlich gar nicht mehr überall hinterher kommen kann.

    Grundsätzlich: Serien, klar, warum nicht? Viele meiner Lieblingsbücher stammen aus Serien, eine besteht aus ganzen zwölf Bänden. ;) Aber es nimmt langsam auch irgendwie Überhand … gegen mehr Einzelbände würde ich absolut nichts einzuwenden haben!

    • Stimmt, an den finanziellen Aufwand hatte ich gar nicht gedacht und Serien können ja wirklich ganz schön ins Geld gehen. Aber, genau wie du, bin auch ich froh darüber, dass eine meiner Lieblingsserien z.B. 10 Bände hat und von mir aus könnte die Autorin gerne noch 10 weitere schreiben, wenn die ihr dann wieder so gut gelingen. Von manchen Charakteren kann man sich eben nur schwer verabschieden.

  4. Serien sind praktisch, weil man sich nicht groß einlesen muss. Sie sind deshalb gut für Zwischendurch oder wenn man sich mal nicht so sehr konzentrieren kann. Aber genauso gut kann man auch Bücher vom selben Autor, zu ähnlichen Themen, etc. lesen. Das sind auch alles Strategien, die ich versuche zu verfolgen, damit ich nicht immer allzu sehr durcheinander komme. (Ich finde bei ca. 10 Büchern pro Monat, also alle 3 Tage ein neues Buch, ist das legitim.) ^^

    • Gerade bei Serien habe ich manchmal richtig Probleme mich wieder einzulesen, weil ich teilweise gar nicht mehr weiß, was im letzten Band geschehen ist, was ja manchmal durchaus von großer Bedeutung sein kann. Aber zumindest kennt man schon die Charaktere und Schauplätze und kann sich dann ganz und gar auf die Handlung konzentrieren.

  5. Serien und Einzelromane …
    Früher konnte ich mich überhaupt nicht mit Serien anfreunden. Ich brauchte ständig neue Charaktere, Geschichten und Orte. Mehrmals das Gleiche zu erleben, war überhaupt nicht mein Ding. Ich weiß allerdings gar nicht mehr, wie es dazu kam. Jetzt mag ich Serien größtenteils sehr gerne, weil ich mich mit den Figuren angefreundet habe und sie gerne immer noch ein Stückchen länger begleiten möchte.

    Was ich allerdings besser finde? Das hängt vom Inhalt ab. Fesselt mich der Auftakt einer Serie, muss ich wohl auch unbedingt die Folgebände lesen. Habe ich davon genug, lasse ich es bleiben. Es stehen auch vereinzelt nur erste Teile in meinem Regal und der Rest fehlt.

    Aber du hast Recht. Irgendwie scheint es immer mehr Autoren zu geben, die ihre Geschichten auf eine Trilogie dehnen. Das kann funktionieren, aber auch komplett in die Hose gehen. Der schmale Grad zwischen Spannung und Langeweile muss gehalten werden um den Leser bei der Stange zu halten …

    Grundsätzlich habe ich nichts gegen Serien und nicht gegen Einzelbände. Wie gesagt, manchmal ist beides ganz (un-)passend gewählt.

    • Der Grad zwischen Spannung und Langeweile ist in der Tat sehr schmal und es können ihn leider nur sehr wenige Autoren gut bewältigen. Von solchen Autoren lese ich aber auch sehr gerne Serien. ;)

  6. @Lena: Ich mag die The Return-Bücher von L. J. Smith, weil sie qualitativ viel besser geschrieben sind als die ersten vier. Man merkt, dass viel Zeit und viele Bücher zwischendrin liegen. Was ich nicht verstehe, ist, wieso sie sich darauf eingelassen hat, über die Serienfiguren zu schreiben … Aber scheinbar hat da der Publisher seine Finger im Spiel, zumindest klang das in einem Interview mal an.

    Ich mag Serien an sich ja, aber ich bin auch nicht der Typ, der zwanghaft weiter liest, wenn ihm der Anfang nicht gefallen hat. Fand ich Teil 1 mies, war es das eben mit der Serie für mich. Und wenn ich es mochte, dann bin ich glücklich über jede gelungene Fortsetzung.

    • Das nenne ich konsequent. *g* Aber grundsätzlich hast du schon Recht, warum eine Serie weiterlesen, bei der einem schon der Auftakt nicht gefiel. Nur manchmal habe ich eben die Hoffnung, dass der nächste Teil vielleicht besser ist …

  7. Ich habe ja kürzlich auch ein paar Sätze dazu geschrieben. In letzter Zeit häufen sich die Serien wirklich … Das habe ich letztens wieder festgestellt – ich war bei unserem Thalia (du weißt ja, die kein Panem hatten) und wollte mir dann aus Frust etwas Anderes kaufen (Die Flammende) und sehe direkt daneben “Die Beschenkte”. Ich hatte keine Zeit um mich im Laden genauer darüber zu informieren – und bin bis heute auch noch nicht weiter dazugekommen. Ist das denn nun auch wieder eine Serie? Die Beschenkte Band 1? (Du hast es ja schon gelesen. :))

    Grundsätzlich mag ich Serien ja auch – wenn man die Welt und die Charaktere noch nicht loslassen kann, wenn man weiß, da passiert noch was – das ist schon toll. :) Aber es nervt mich eben vor allem die Warterei und auch das Geld. Und dass manche Fortsetzung lieber nicht so geschrieben worden wären – aber das ist bei mir Gott Sei Dank eher selten.

    Bei Kai Meyer hat es mich zum Beispiel nie gestört, dass er fast nur Mehrteiler schreibt. Ich habe in meinem Regal drei Trilogien von ihm, eine hab ich in der Bücherei gelesen und nun auch noch die Arkadien-Bände. Ich habe nur einen Einzelband (Frostfeuer). Aber er macht das gut – und es dauert auch nicht allzu lange, bis der neue Teil erscheint. Bei Eragon zum Beispiel wartet man ja echt immer so um die drei Jahre …

    • Die Warterei auf den nächsten Band ist natürlich immer sehr nervig. Aber so schnell wie bei ‘Das Tal’ muss es meiner Meinung nach gar nicht gehen. Alle 6 Monate würde mir auch ausreichen, zumal sich die Regel ja jetzt auf einen Abstand von etwa einem Jahr eingependelt hat. Mehrere Jahre sind allerdings viel zu lang – hoffentlich ist das Buch dann wenigstens gut!

      Was die Bücher von Kristin Cashore betrifft: Prinzipiell ist das keine richtige Serie. Die einzelnen Bände haben keinen so engen Bezug zueinander, wie z.B. bei ‘Panem’, ‘Arkadien’ oder ‘Gone’. Soweit ich weiß spielen sie nur in der gleichen Welt und haben gewisse Überschneidungen, eher wie bei ‘Faunblut’ und ‘Ascheherz’. ‘Die Flammende’ ist auch keine Fortsetzung von ‘Die Beschenkte’, sondern sogar ein Prequel. Es spielt (wohl) viele Jahre vorher und hat auch andere Hauptfiguren, wobei eben ein (oder mehrere) Figuren aus ‘Die Beschenkte’ auftauchen können/sollen/werden. Das dritte Buch der Autorin handelt z.B. von einer Figur aus ‘Die Beschenkte’ und spielt ein paar (oder mehr) Jahre danach, wobei auch hier wieder weitere Charaktere auftauchen sollen/werden. Ich würde also sagen, dass du ‘Die Beschenkte’ nicht zwangsläufig vor ‘Die Flammende’ bzw. überhaupt lesen musst, um ‘Die Flammende’ zu verstehen und denke auch nicht, dass dir etwas fehlt, wenn du es nicht tust – wobei ich dir das Buch trotzdem durchaus empfehlen kann. ^^

  8. Was ich unbedingt noch erwähnen muss: Das Tal! Das ist ja eine richtig große Serie, bestehend aus Season 1 mit vier Teilen und eine Season 2 soll ja auch kommen – aber das finde ich super, alle drei Monate ein neues Buch ist okay und es finden auch immer wieder neue Hauptgeschichten statt. (Wobei die Andeutung zu den acht verschwundenen Studenten sich schon ganz schön zieht – wenn sich das jetzt im Abschlussband von Season 1 nicht klärt, bekommt die Serie schon Minuspunkte von mir.)

  9. Ich finde es schwierig zu entscheiden, ob ich Einzelbände oder Serien lieber mag. Seit Harry Potter habe ich jedenfalls so viele gute Erfahrungen mit Serien gemacht, dass ich eigentlich nichts gegen sie einzuwenden habe. Aber du hast absolut Recht damit, dass der Markt im Moment damit überschwemmt wird. Und mir drängt sich da ehrlich gesagt auch der Gedanke auf, dass es sich um Geldmacherei handelt und eine spannende Geschichte in der “richtigen Länge” nur noch sekundär eine Rolle spielt. Ich ärgere mich dann auch immer maßlos, wenn ich eine Reihe anfange und bereits der erste Band dermaßen nervt, dass ich mich nicht entscheiden kann, ob ich weiterlesen will oder nicht (wie z.B. bei Engelsnacht). Die Geschichte war, wie du selber geschrieben hast, viel zu … schwammig. Ich weiß bis heute nicht so recht, was ich von dem Buch halten soll und werde deshalb vermutlich nicht weiter lesen. Außerdem stört mich auch sehr dabei, dass es ja nicht ganz billig ist und irgendwie … zeitaufwändig so viele Serien zu lesen. Ich müsste mir prinzipiell mal eine Übersicht erstellen, welche Serien ich angefangen habe, welche Bücher ich davon schon gelesen habe und wann der nächste Teil herauskommt. Das ist ja mittlerweile so viel, dass ich schon total die Übersicht verliere. Das ärgert mich dann auch sehr.

    Für mich persönlich läuft es jedenfalls darauf hinaus, dass ich darauf achten werde in Zukunft nicht mehr so viele neue Serien anzufangen. Lieber erst mal wieder mehr Einzelbände bis die meisten meiner angefangenen Serien abgeschlossen sind. Was nützt es mir auch jetzt etwas anzufangen, auf dessen letzten Band ich mitunter drei oder mehr Jahre warten muss – wer weiß schon, ob ich mich mit 25/26 noch für dieselben Bücher interessiere wie heute?

    • Genau, ich will auch versuchen, weniger Serien anzufangen. Ich mag es nicht, 20 oder mehr verschiedene Serien gleichzeitig zu verfolgen. Und ich habe mich auch schon oft gefragt, ob mich eine Serie überhaupt noch interessieren wird, wenn das Ende endlich erscheint. (Ich hoffe es allerdings.) Wobei diese Logik vor allem für die Verlage eher schlecht ist. Die möchten logischerweise natürlich, dass man die Serien von Anfang an kauft, zumal gerade die Folgebände ja immer überhaupt nur dann herausgebracht werden, wenn die Vorgänger gut liefen. Da bin ich dann auch immer hin und her gerissen.

      Bei ‘Engelsnacht’ fand ich den ersten Band, genau wie du, eher enttäuschend und würde es am Liebsten nicht weiterlesen. Aber vermutlich werde ich zumindest den zweiten Band doch lesen, weil es mich schon interessiert, worum es eigentlich geht. Wenn der allerdings wieder so schwammig ist, werde ich mir den dritten Teil wohl verkneifen! (Hoffentlich. ^^’)

  10. Hast du also auch immer ein Problem damit angefangene Serien abzubrechen? ^^ Ich ärgere mich immer, wenn ich den ersten Band (oder noch schlimmer den ersten und zweiten) gelesen habe, aber die Bücher so doof waren, dass ich eigentlich nicht weiter lesen will. Das sieht so blöd aus im Regal, wenn man eine Reihe nicht komplett hat … aber andererseits ist es auch total dämlich sich die folgenden Bücher noch zu kaufen, obwohl man nicht gerade begeistert ist … hach. Zwickmühle. :P Könnte ich mich mal von Büchern trennen wäre es ja kein Problem, aber so verstauben die angefangenen (und für nicht weiter lesenswert befundenen) Reihen irgendwie so im Regal. Wenn du den zweiten Teil von ‘Engelsnacht’ gelesen hast, bin ich mal gespannt, wie er dir gefällt. Vielleicht lasse ich mich dann überzeugen es auch zu kaufen. ;)

  11. Danke für deine ausführliche Rückmeldung. ;)

    Also so schnell wie bei “Das Tal” muss es natürlich nicht gehen, ich kann schon warten. :) Aber ich finde es alles andere als schlecht, solange nicht die Qualität der Bücher darunter leidet. Mehrere Jahre zu warten, wie bei Eragon, ist echt nicht toll. Denn meistens, wenn das neue Buch erscheint, weiß man echt gar nicht mehr, was da so passiert ist – ich werde wohl auch alle drei bisherigen Teile noch mal lesen müssen bevor der vierte erscheint, denn ich kann mich nur noch vage daran erinnern, das ist schon blöd. :/ Aber gut fand ich es auf jeden Fall bisher!

    Und danke für die Info zu den Büchern von Kristin Cashore. ;) Dann werde ich mal schauen, was ich so als nächstes lese. :) Und ob ‘Die Beschenkte’ auch darunter fällt oder nicht.

  12. Huhu! Ich habe auf meinem WL über 100 Bücher und könnte wetten, dass die Hälfte davon NUR Fortsetzungen sind und davon bin ich extrem genervt, weil man die ja schon irgendwo lesen MUSS um zu erfahren, wie es weitergeht. Total bekloppt. Es gibt Serien/Trilogien, da finde ich es auch in Ordnung und nachvollziehbar, aber man merkt schon deutlich, was nur Geldmacherei sein soll und was noch wirklich Qualität besitzt! Liebe Grüße!

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