Da ich am Montag davor zufällig noch rechtzeitig darauf gestoßen bin, dass Nina Blazon, die inzwischen zu meiner deutschen Lieblingsautorin avanciert ist, endlich einmal in Berlin lesen würde, konnte ich am Donnerstag, 6. September 2012, glücklicherweise die Lesung zu ihrem neuesten Kinderbuch Laqua besuchen. Das hat sich auch wirklich gelohnt, denn insgesamt war es ein absolut fantastischer Nachmittag bzw. Abend.
Die Lesung bzw. die ganze Veranstaltung zu Laqua wurde von einer Gruppe von Kindern präsentiert, die nicht nur das Buch vorgestellt, sondern auch die Autorin selbst und mehrere kleine Diskussionen geleitet haben. So wurde z.B. das endgültige Cover im Vergleich zum Cover des Leseexemplars ausführlich besprochen, aber auch die verschiedenen Meinungen zum Buch, wobei auch Frau Blazon immer wieder Fragen gestellt wurden.
Ein wenig schade fand ich lediglich, dass Frau Blazon nur einen einzigen Auszug aus dem Buch gelesen hat, das dafür aber sehr mitreißend, und die Ausführungen der Kinder nicht spoilerfrei waren – sie haben sehr viele Geheimnisse aufgedeckt und sogar das Ende verraten – was für die Zuhörer, die das Buch noch nicht gelesen haben, das aber vielleicht gern noch tun würden, etwas ungünstig ist.
Dafür hat die Autorin viele interessante Hintergrundinformationen zu ihrem Werk geliefert, z.B. dass sie in Venedig recherchiert hat und viele Fantasy-Elemente echten Mythen aus der Stadt entsprechen und dann in die Handlung mit eingeflossen sind.
Für die Figur der Sara gibt es außerdem ein reales Vorbild. Dabei handelt es sich um eine mit Frau Blazon befreundete Italienerin, die denselben Namen trägt, und dazu auch noch mit einem Fedele liiert ist.
Nina Blazon ist in Piran, Slowenien, aufgewachsen ehe sie nach Deutschland kam. Diese Stadt gehörte Jahrhunderte lang zu Venedig und ihre Architektur ähnelte der venezianischen daher sehr. Deshalb wird sie heute „das kleine Venedig“ genannt und ist der Grund dafür, dass Frau Blazon schon immer mal etwas schreiben wollte, das in Venedig spielt.
Laqua, an dem die Autorin nach der ausführlichen Recherche nur drei bis vier Monate schrieb, hat zwar einen Untertitel, eine Fortsetzung ist aber dennoch nicht geplant und auch nie vorgesehen gewesen. Der Untertitel soll lediglich etwas mehr über die Handlung andeuten, da mit dem Begriff „Laqua“ vor dem Lesen des Buches vermutlich niemand etwas anfangen kann.
Besonders gefiel mir allerdings folgende Aussage von Frau Blazon: „Fantasy ist eine Art verkleidete Realität.“
Nach etwa einer Stunde war diese ganz andere Art der Lesung in einer schönen kleinen Buchhandlung aber leider auch schon wieder vorbei. Für mich kam der beste Teil des Abends aber nach dem Signieren erst noch: Zu meiner großen Freude hatte sie noch etwas Zeit bis zu ihrem Rückflug nach Stuttgart und nutze sie um mit mir einen Kaffe, bzw. in ihrem Fall einen sehr exotischen Tee und in meinem Fall wie immer eine heiße Schokolade, zu trinken. Dabei unterhielten wir uns etwa eine Stunde lang über verschiedene Bücher, Filme und TV-Serien und sie erzählte mir sogar etwas über ihr nächstes Projekt. Die genauen Einzelheiten dazu darf ich zwar nicht verraten, aber ich kann sicher sagen, dass ich die Idee total klasse finde und mich schon sehr auf die Umsetzung freue!
Und zum Schluss noch ein paar Photos, die Nina Blazon selbst während ihrer Recherchen in Venedig geschossen hat:






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