[Arbeiten im Verlag] Praktikumsbericht – zum ersten

05. September 2011 | 22:51 | Verallgemeinert

Wie schon mehrmals bei Twitter und hier auf dem Blog erwähnt, mache ich seit dem 05.09.2011 ein Praktikum in einem Verlag, das insgesamt sechs Wochen dauern wird. Da einige bereits ihr Interesse bekundet haben, möchte ich euch natürlich nicht vorenthalten, was ich da so treibe und wie es da so zugeht. Ich darf euch auch offiziell erzählen, womit ich mich da genau beschäftige. Allerdings kann ich euch wegen diverser Verschwiegenheitsklauseln – auch wenn ich selbst noch nichts unterschrieben habe – nichts Genaues sagen, d.h. ich kann z.B. davon berichten, dass ich den Lizenzvertrag für eine Verfilmung bearbeitet habe, darf euch aber (leider) nicht verraten, um wessen Buch es sich dabei handelt oder an wen die Rechte verkauft wurden, etc. Aber das ist ja nicht das einzig Interessante, finde ich jedenfalls. ;)

Tag 1
Vor meinem ersten Tag war ich ziemlich nervös und als dann auch noch die U-Bahn, die ich nach dem Umsteigen nehmen wollte, ausfiel bzw. sich total verspätete, hatte ich schon Angst zu spät zu kommen. Auf die Minute genau bin ich dann im Verlag angekommen und wurde auch sogleich von meinem (netten) Ausbilder abgeholt. Zuerst ging es, natürlich, in die Lizenzabteilung und wurde den dortigen Mitarbeitern vorgestellt. Bei einem Käffchen wurde erst mal ein bisschen gequatscht, bevor die Lizenzleutchen wieder an ihre Arbeit gingen und ich im Verlag herumgeführt wurde. Leider waren viele Mitarbeiter an dem Tag wegen einer Konferenz nicht ansprechbar, aber dennoch war es interessant die verschiedenen Abteilungen kennen zu lernen.

Zurück in der Lizenzabteilung, in der es noch keinen Arbeitsplatz mit PC für mich gibt, habe ich ein paar Akten zur Einsicht bekommen und konnte mich ein wenig mit den verschiedenen Verträgen vertraut machen, darunter sowohl Verlags- und Übersetzerverträge als auch verschiedene Lizenzverträge, z.B. für Hörbücher, Filme und Übersetzungen in andere Sprachen. Ich fand das sehr interessant, zumal in den Verträgen auch die Vergütungen enthalten waren, von denen mich die meisten sehr überraschten. Für Hörbücher und Übersetzungen gab es teilweise wesentlich weniger Geld, als ich es mir je vorgestellt hätte, wobei es da sicher auch Ausnahmen gibt und auch stark vom Autor abhängig ist. Außerdem war ich sehr überrascht, was genau da alles schon im Vorfeld geregelt wird. Obwohl es bei so einem Rechteverkauf ja auch sein kann, dass letztendlich doch kein Film entsteht, wird schon im Kaufvertrag geregelt, ob und wie z.B. vor/während/nach dem Film Werbung gezeigt werden darf.

Danach habe ich dann meine erste richtige Aufgabe bekommen. Wie beschreibe ich das am besten? An die gleiche Produktionsfirma, an die der Verlag schon einmal die Verfilmungsrechte an einem Buch verkauft hat, sollen jetzt wieder Rechte an einem anderen Buch verkauft werden. Bevor so ein Vertrag endgültig zustande kommt, werden die verschiedenen Änderungsvorschläge bzw. Versionen des Vertrages immer zwischen den Parteien hin und her geschickt und ich sollte so eine neue Version mit dem bereits früher abgeschlossenen Vertrag abgleichen und die Änderungen markieren. War eigentlich auch sehr interessant, zumal der Vertrag ziemlich viele Seiten hatte.

Mehr gab es für mich am ersten Tag noch nicht zu tun, das wird sich aber am zweiten Tag sicher ändern.

Ach, das Beste hab ich ja noch vergessen zu erwähnen. Es gibt ein ganz besonderes Regal, unter anderem auch für uns Praktikanten – und davon gibt es doch einige. Ein Regal, mit vielen Büchern, die man einstecken darf! Zitat: „Wer schon nicht bezahlt wird, der soll wenigstens Bücher mitnehmen!“ Das ließ ich mir natürlich nicht zweimal sagen und nach ein wenig stöbern, habe ich fünf Bücher für interessant befunden und für meine Mutter mitgenommen. Doch es kommt sogar noch besser! Bei der Vorstellung kamen wir irgendwie auch auf meine Vorliebe für Jugendbücher zu sprechen, dabei blieb natürlich auch meine Sehnsucht nach der Fortsetzung zu Urbat nicht unerwähnt. Und als die Herstellung dann am frühen Nachmittag neue Bücher in die Lizenzabteilung brachte, überreichte mir eine freundliche Mitarbeiterin kurze Zeit später eben jenes so lang ersehntes Buch, das ich auch gleich beginnen werde, sobald ich hier mit dem Schreiben fertig bin. ;)

Ich freue mich schon auf morgen und bin gespannt, was der Tag so mit sich bringen wird. Auf jeden Fall soll ich morgen meinen Vertrag unterschreiben und noch mal eine kleine Führung bekommen um auch die restlichen Mitarbeiter (kurz) kennenzulernen. Die Mitarbeiter, die ich bisher kenne, insbesondere eben die aus der Lizenzabteilung, sind auf jeden Fall alle total nett und teilweise auch sehr gesprächig, was ich persönlich immer total toll finde.




Kommentare

  1. Das klingt wirklich richtig super! Ich beneide dich total. :-) Du wirst bestimmt in den nächsten 6 Wochen viel Spannendes erleben und ich freue mich schon auf deinen nächsten Bericht. Und ich korrigiere meinen Kommentar bei deinem Eintrag von gestern – ich würde gern jeden Tag etwas über dein Praktikum lesen!!!

  2. Hört sich doch gut an. Wir hatten auch zwei Praktikanten in der Rechte/Lizenz Abteilung. Ich bastele auch gerade an meinem Bericht, dauert aber noch etwas. :D Wünsche dir noch ganz viel Spaß!

  3. Klingt spannend, klingt gut und so, als ob wir alle von so etwas träumen … ;) In welcher Stadt befindet sich denn der Aufbau-Verlag? Also, musst du extra in eine andere Stadt für diese Zeit oder ist es in deiner “Heimat”? ^^
    LG, Charlousie

  4. Oh, da hast du wirklich einen tollen Praktikumsplatz erwischt! Klingt alles bis jetzt richtig toll! Und dass du gleich die Fortsetzung von ‘Urbat’ bekommen hast, macht mich ja schon etwas neidisch. ;) Viel Spaß weiterhin beim Praktikum und viel Spaß beim Lesen! Darfst du schon sofort eine Rezension schreiben? Bin sehr auf deine Meinung gespannt!

    • Ja, das habe ich. Ich freue mich jeden Tag darauf wieder in den Verlag zu fahren, was aber vor allem auch an den netten Leuten dort liegt. Die Rezension muss leider noch bis zum Erscheinungstermin warten – habe heute extra noch mal nachgefragt, ich sehe die ganzen Leute ja jeden Tag – aber der ist nun nicht mehr allzu lange hin. Außerdem muss ich es sowieso erst einmal lesen, während der Woche bin ich nicht sehr weit gekommen.

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